Antikisierte Möbel

unsere Möbel kommen in der Hauptsache aus Ägypten. Ägypten ist der mit Abstand weltweit größte Hersteller dieser Art von Möbel in der Welt. Dort hat jeder zweite Haushalt solche Möbel in seinen Räumlichkeiten. Teils kombiniert mit reichlich viel Stuck an den Wänden und Mrmor auf den Böden.

Die Ägypter produzieren in tradierter Art, d.h. in kompletter Handarbeit und mit naturnahen Rohstoffen. Ausschließlich Schellacke, Echholz, Echtfurniere und Echtintarsien, Schlaggold und -silber, Knochenleime, Naturbeizen usw. finden hier Eingang in die Produktion.

Eine typische Manufaktur in Ägypten besteht aus 50 - 500 Mitarbeitern, denen nur rund ein Fünfzigstel an Bürokräften gegenüber stehen. Was bei uns in den Industirestaaten also in überaus präziser und 100% "fehlerfreier" automatisierter Arbeit gefertigt wird, ist entweder sündhaft teuer oder sieht zwar auf einem Foto sehr schön aus, ist aber in Wirklichkeit nur papierfolienbeschichtetete gerade geschnittene Spanplatte oder Kunststoffkram. Auch die Chinesen fertigen mittlerweile solche Möbel, sind aber in der Originalität der Produkte weit hinter den Ägyptern zurück.

Den Anspruch Vollechtholzmöbel und diese gleichzeitig mit der Fülle an Verzierungen, Intarsierungen, Vergoldungen, gebogenen Formen, Echtgussbeschlägen usw. können nur die Ägypter in nenenswerten Stückzahlen und bezahlbaren preisen nachkommen.

Diese Möbel sehen nun aber auch bereits aus wie als wären Sie antik, da nur sie die material- und verarbeitungsspezifischen Voraussetzungen für diese Art Möbel, halt Antiquitäten besitzen.

Es ist kein Geheimnis, dass noch vor 20 Jahren als man ohne Internet kaum Möglichkeiten zur Recherche hatte, bei jedem besser sortierten Antiquitätenhändler oder Auktionshaus solche Möbel aus Ägypten erwerben konnte, die entweder tatsächlich neu waren oder aber allenthalben ein paar Jahrzehnte unter der angeblich vor kurzem restaurierten Oberfläche hatten.

Somit sind unsere Möbel, wie auch die der oft fünfmal so teuren Konkurrenz aus dem stationären Handel, an den Oberflächen uneben, haben oberflächlich betrachtet Fehlstellen wie Kratzer und Macken, die aber allesamt zum Bild einer Antiquität dazu gehören. Ohne diese "Fehlstellen" würden unsere Replikate wie billige Nachbauten aussehen, die aus einem MDF-Klotz mittels CNC-Maschine rausgefräst sind und dann mit einer Papierfolie beschichtet sind. 

Solche Möbel, die heute teilweise schon wegen der enormen Lohnkosten in Italien hergestellt werden, die sehen einfach billig aus. Dort werden teilweise auch Gussmassen aus Polyesterharz und Gesteinsmehlen eingesetzt (z.B. die Firma Silik) wo bei uns aus echtem Holz geschnitzt wird. die Chinesen arbeiten mittlerweile sogar mit Bauschaum und hauchdünnen verfestigenden Überzügen. 

 

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